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In nahezu jedem medizinischen Fachgebiet
gibt es Gruppierungen, die sich in Vereinen und Gesellschaften
zusammenfinden, in denen sie ihre Ziele erfolgreich verfolgen wollen.
In
Gebieten wie der Osteologie und der Rheumatologie ist dies besonders
deutlich, weil die betroffenen Kranken nicht, wie zum Beispiel in der
Gynäkologie, durch eine medizinische Disziplin behandelt werden,
sondern weil eine ganze Gruppe verschiedener Ärzte aus der Sicht
ihrer jeweiligen Disziplin um diese Patienten kümmern.
Rheumatologie und Osteologie sind Fächer, die im klassischen Sinne
multidisziplinär betrieben werden. Hier finden sich Radiologen,
Experten für Bildgebung, Immunologen, Pathologen, Orthopäden,
Allgemeinmediziner, Internisten mit oder ohne Zusatzbezeichnung
Endokrinologie, Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Rheumatologie und
Ärzte weiterer Fachgebiete, sowie Naturwissenschaftler und
Grundlagenforscher verschiedener Fachdisziplinen.
Alle
Fachgesellschaften, die sich innerhalb dieser Disziplin gründeten,
berufen sich bei ihrer Arbeit auf die wissenschaftlichen Grundlagen. Es
ist jedoch unübersehbar, dass in unserem Lande hochrangige
Wissenschaft nur sporadisch die Bearbeitung verschiedener Themen
diktiert. Dies findet seinen Niederschlag in der sichtlichen
Bescheidenheit, mit der deutsche osteologische und rheumatologische
Wissenschaft international in Erscheinung tritt, dies gilt insbesondere
im Vergleich mit einer Reihe von Ländern die zum Teil deutlich
kleiner sind als unser deutsches Vaterland.
Zwar
ist es deutschen Rheumatologen und Osteologen inzwischen gelungen, auf
der internationalen Bühne Fuß zu fassen, in internationalen
Organisationen mitbestimmend tätig zu werden. Ein eigenes Forum
hatten diese Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in unserem
eigenen Lande in der Vergangenheit jedoch noch nicht.
Diese
Erkenntnis führte zur Gründung der Deutschen Akademie
für osteologische & rheumatologische Wissenschaften. Die
Mitglieder dieser Akademie wollen sich in besonderem Maße um eine
Förderung qualitativ hochwertiger Forschung im Lande bemühen.
Dies
schließt die Diskussion und Planung wissenschaftlicher Projekte
ebenso ein wie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
innerhalb und außerhalb akademischer Einrichtungen. Mit diesem
Anliegen will die deutsche Akademie für osteologische und
rheumatologische Wissenschaften auch als ein Dienstleister für
alle Fachgesellschaften zur Verfügung stehen, die sich in
Deutschland um diese Gebiete bemühen.
Voraussetzung
für ein derartiges Vorhaben ist es natürlich, dass die
Mitglieder selbst wissenschaftlich qualifiziert sind. Dies wurde auch
gezielt zu einem wichtigen Kriterium bei dem Erlangen der
Mitgliedschaft. Voraussetzung für die Teilnahme an der Arbeit als
Vollmitglied der Akademie ist es, mindestens fünf Originalarbeiten
wissenschaftlichen Inhaltes in anerkannten internationalen
Fachzeitschriften (peer reviewed) publiziert zu haben. Diese Forderung
wird von der Erkenntnis geleitet, dass eine fruchtbare Diskussion
wissenschaftlicher Themen nur dann gelingen kann, wenn die
Diskutantinnen und Diskutanten selbst eine angemessene
wissenschaftliche Ausbildung hatten und ihre wissenschaftlichen
Fähigkeiten unter Beweis stellen konnten. Wissenschaftlichen
Qualifikation ist die Grundlage für einen stimulierenden Diskurs,
der alleine es ermöglicht, grundlegende Fortschritte zu erzielen.
Dabei
ist jedem bewusst, dass jede wissenschaftliche Karriere irgendwann
einmal ihren Anfang nimmt, dass auch hoch qualifizierte Wissenschaftler
am Anfang ihrer Karriere erst an 1,2 oder 3 Publikationen beteiligt
waren. Auch dieser in vielen Fällen vielversprechende Nachwuchs
soll mittel- bis langfristig der Vollmitgliedschaft der Akademie
zugeführt werden. Während der Übergangszeit und bis zum
Erreichen der Aufnahmevoraussetzung wird ihnen der Status des
assoziierten Mitgliedes verliehen, unter dem sie an allen
Aktivitäten der Akademie teilnehmen können.
Für
jüngere Nachwuchswissenschaftler hat die Akademie überdies
2004 erstmalig eine Herbstakademie durchgeführt, in denen die
vielfältigen Perspektiven, die Osteologie und Rheumatologie
bieten, eröffnet wurden. Im direkten Miteinander mit gestandenen
Wissenschaftlern habe sie die Begeisterung erfahren, die die Mitglieder
der Akademie zur Forschung in diesem Bereich motiviert hat. Wenn diese
Nachwuchswissenschaftler ihren Weg in die Akademie finden und sich im
Laufe der Zeit einen Namen in der internationalen Wissenschaftsszene
machen, haben unsere Bemühungen ihr Ziel erreicht.
Begonnen
hat die Arbeit der Akademie mit der Durchführung jährlich
stattfindender Tagungen. Dabei kann und soll es sich nicht um Kongresse
üblichen Zuschnitts handeln (von denen es weiß Gott
genügend gibt). Es sollen vielmehr akademische
Gesprächsrunden geformt werden, die eine fruchtbare Diskussion
einzelner Schwerpunktthemen mit größter erreichbarer Tiefe
erlauben sollen. Beachtet wird dabei, dass Themen ausgewählt
werden, die sowohl den Rheumatologen als auch den Osteologen erfreuen.
Und
damit bin ich bei einem besonders wichtigen Anliegen der Mitglieder der
Akademie:
Die gemeinsame Arbeit soll allen Beteiligten Freude machen. Der Genuss
einer von tiefem Wissen, gelegentlich auch einer gepflegten
Streitkultur getragenen Diskussion trägt dazu bei, dass
intellektuelle Vergnügen, das Wissenschaft vermitteln kann, zu
steigern. So kann die Akademie auch eine besonders erfreuliche
Diskussionskultur fördern. Wissenschaft soll, und gelegentlich
geht dies bei konkurrierenden Diskussionen unter, auch Vergnügen
bereiten.
Prof.
Helmut Minne
Gründungspräsident
der
DAdorW

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